Höre, mein Sohn Nadin, meine Lehre, komm zu meiner Einsicht und gedenke meiner Worte wie einer Gottesrede:
Mein Sohn Nadin, wenn du ein Wort hörst, so sterbe es in deinem Herzen, und teile es niemandem mit, auf dass es dir nicht zur glühenden Kohle im Munde werde und dich verbrenne, du deinem Leibe einen Makel zufügest und (dann) wider Gott murrest.
Mein Sohn, sage nicht alles wieder, was du hörst, und teile nicht alles mit, was du siehst.
Mein Sohn, einen versiegelten Verschluss löse nicht auf und einen aufgelösten versiegle nicht.
Mein Sohn, rede sanft an, eile zu hören, aber nicht zu antworten.
Lass dich nicht durch die Worte eines liederlichen Weibes betören; denn aus ihren Worten quillt Todesgift, du wirst ins Netz verstrickt und in der Falle gefangen.
Mein Sohn, hebe den Blick nicht auf, nach einem geputzten Weibe mit geschminkten Augen zu sehen; begehre ihrer nicht in deinem Herzen; denn wenn du ihr auch alle deine Habe gibst, hast du von ihr doch keinerlei Nutzen, kommst aber in Sündenschuld wider Gott.
Mein Sohn, treib keinen Ehebruch mit deines Nächsten Weibe, dass nicht andere es mit deinem ebenso machen.
Mein Sohn, sei nicht voreilig wie der Mandelbaum, der zuerst blüht, aber zuletzt essbare Früchte trägt, sondern halte Maß und sei verständig wie der Maulbeerbaum, der zuletzt blüht, aber zuerst essbare Früchte trägt.
Mein Sohn, senke das Haupt, sprich leise und sieh nach unten. Denn würde das Haus durch laute Stimme erbaut, so erbaute der Esel zwei Häuser an einem Tage, und käme es beim Pflügen nur auf große Kraft an, so würde die Pflugschaar immer unter der Achsel des Kamels bleiben.
Mein Sohn, besser ists, mit einem Weisen Steine zu wälzen als mit einem Toren Wein zu trinken.
Mein Sohn, knüpfe keine Heimlichkeit mit Toren an; denn sie können sie nicht verborgen halten.
Mein Sohn, sei nicht süß, dass man dich verschlinge, und nicht zu bitter, dass man dich ausspeie.
Mein Sohn, schließ dich den Weisen an, so wirst du weise werden wie er, schließ dich aber nicht an dem Zänker und Schwätzer, dass du nicht zu ihm gerechnet werdest.
Mein Sohn, wenn du dir einen Genossen oder Freund erwerben willst, so prüfe ihn, indem du ihn erzürnst; wenn er das erträgt und dich nicht gleich verlässt, so erwirb ihn dir zum Freund; wird er aber (wirklich) zornig und verlässt dich gleich, so halte ihn fern von dir; du hast ihn ja geprüft.
Solange du Stiefel an den Beinen hast, tritt auf die Dornen und bahne (so) deinen Kindern und Kindeskindern einen Weg.
Mein Sohn, richte dein Schiff auf den Hafen zu, solange das Lüftchen sanft und das Meer ruhig ist; denn so oft das Meer bewegt wird und viele Wogen und Stürme hat, bist du auf deiner Reise gefährdet.
Mein Sohn, der Mann aus reichem Hause aß eine Schlange, da sagte man: 'Das hat er zu seiner Heilung getan' ; der aus armem Hause aß eine, da sagte man: 'Das hat er aus Hunger getan'.
Mein Sohn, verzehre dein Teil und fahre nicht auf das deines Genossen los.
Mein Sohn, wenn du einen Feind hinfallen siehst, so verhöhne ihn nicht, damit er nicht aufstehe und sich an dir räche.
Mein Sohn, mit einem schamlosen Menschen soll man nicht einmal Brot zusammen essen.
Mein Sohn, einer geschwätzigen und zänkischen Frau tritt nicht näher, noch einer mit lauter Stimme.
Mein Sohn, begegnet dir dein Feind mit Bösem, so begegne du ihm mit Gutem.
Mein Sohn, der Frevler fällt und steht nicht wieder auf; der Rechtschaffene wird nicht erschüttert, weil Gott mit ihm ist.
Mein Sohn, kommt jemand zu dir, so empfang ihn stehend, wenn er auch geringer ist als du; denn die Ehre wird dem zuteil, der sie ausübt, und wenn jener ihren Wert nicht anerkennt, wird dir doch Gott statt seiner vergelten.
Mein Sohn, verschone deinen Sohn nicht mit Schlägen; denn die Schläge sind für den Knaben wie der Dünger für den Garten, der Verschluss für den Beutel, die Fessel für den Esel, der Riegel für die Tür.
Mein Sohn, ducke deinen Sohn, solange er noch ein Knabe ist, dass er nicht zu stark gegen dich aufsässig werde und du dich all seiner schlimmen Streiche schämen musst.
Mein Sohn, schaffe dir einen kräftigen Stier und einen starkhufigen Esel an, nicht aber einen Sklaven, der gern ausreißt, und eine diebische Sklavin, da sie dir all deine Habe verderben.
Mein Sohn, die Worte eines Lügners sind wie fette Vögelchen; wer keinen Verstand hat, isst sie.
Mein Sohn, lass nicht den Fluch deines Vaters und deiner Mutter über dich kommen, sonst möchtest du keine Freude am Glück deiner Kinder erleben.
Mein Sohn, mache keine Wanderung ohne Waffen, denn du weißt nicht, wann dir dein Feind begegnet.
Mein Sohn, sage nicht: 'Mein Herr ist töricht, ich bin weise', sondern fasse ihn bei seinen Mängeln, so wirst du geliebt werden.
Mein Sohn, sprich keine Lügen vor deinem Herrn, dass du nicht verachtet werdest, und er dir sage: 'Geh mir aus den Augen'.
Mein Sohn, deine Worte seien wahr, auf dass dein Herr dir sage: 'Tritt heran zu mir' und du lebest.
Mein Sohn, eine Herde, deren Glieder verschiedene Wege einschlagen, wird den Wölfen zur Beute.
Mein Sohn, fälle in der Jugend gerechte Urteile, so wirst du im Alter Ehre haben.
Mein Sohn, mache deine Zunge süß und deines Mundes Öffnung angenehm; denn der Schwanz des Hundes verschafft ihm Brot, sein Maul aber Schläge.
Mein Sohn, freue dich nicht über die Zahl deiner Kinder, und sei nicht betrübt, wenn du keine hast.
Mein Sohn, schlag den Weisen mit einem weisen Wort, so wird das in seinem Herzen wie ein Sommerfieber sein. Wenn du aber dem Toren auch viele Stockschläge gibst, versteht er es doch nicht.
Mein Sohn, prüfe deinen Sohn mit Brot und Wasser; nachher (wenn er sich dabei bewährt hat) kannst du ihm all dein Hab' und Gut anvertrauen.
Mein Sohn, von einem Gelage brich zuerst auf und warte nicht auf die duftenden Salben, damit du nicht Beulen auf den Kopf kriegest.
Mein Sohn, wessen Hand voll ist, wird weise und ehrwürdig genannt, wessen Hand aber leer, töricht und elend.
Mein Sohn, ich habe Koloquinten gegessen und Aloe geschluckt, aber nichts bitterer gefunden als Armut.
Mein Sohn, ich habe Blei und Salz getragen, aber nichts Schwereres kennen gelernt als Schulden.
Mein Sohn, ich habe Eisen getragen und Steine gewälzt, aber sie waren mir nicht so schwer, wie wenn ein Mann im Hause seines Schwiegervaters wohnt.
Mein Sohn, gewöhne deinen Sohn an Hunger und Durst, damit er sein Haus besorge, wie es sein Auge sieht.
Mein Sohn, bist du bedürftig, so offenbare deinen Zustand nicht deinem Genossen, damit du in seinem Auge nicht verächtlich werdest.
Mein Sohn, besser ist ein Mann mit blindem Auge als einer mit blindem Herzen. Jener lernt ja den Weg und geht darauf, dieser aber verlässt den graden Weg und geht irre.
Mein Sohn, besser ist ein naher Freund als ein ferner Bruder, und besser ein guter Name als große Schönheit; denn der gute Name bleibt in Ewigkeit, aber die Schönheit schwindet hin und geht zugrunde.
Mein Sohn, besser ist ein Beinstück in deiner Hand als eine Gans in anderer Topf; besser ein nahes Schaf als eine ferne Kuh; besser ein Vögelchen in der Hand als tausend, die in der Luft fliegen; besser sammelnde Armut als zerstreuender Reichtum; besser ein Wollkleid an deinem Leibe als [...] und Seide anderer; besser ein lebendiger Fuchs als ein toter Löwe.
Mein Sohn, halte das Wort im Herzen zurück, so wird es dir wohl gehen; denn, wenn du (nachher) das Wort änderst, verlierst du deinen Freund.
Mein Sohn, lass das Wort dir nicht aus dem Munde herausgehen, bevor du es im Herzen überlegt hast; denn besser ist es für einen, mit dem Fuße zu straucheln als mit der Zunge.
Mein Sohn, hörst du ein böses Wort, so birg es sieben Ellen tief in die Erde.
Mein Sohn, bei Zankenden verweile nicht und spotte nicht; denn vom Spotten kommen böse Worte, von bösen Worten kommt Zank, von Zank Kampf, von Kampf Totschlag.
Mein Sohn, streite nicht mit einem, der stärker ist als du, sondern überwinde das Böse durch das Gute.
Mein Sohn, ein lügenhaftes Wort ist schwer wie Blei, aber nach kurzer Zeit schwimmt es auf dem Wasser dahin wie ein Baumblatt.
Mein Sohn, steig nicht in den Garten der Großen hinab, und nähere dich nicht ihren Töchtern.
Mein Sohn, freue dich nicht über den Tod deines Feindes.
Mein Sohn, wenn das Wasser ohne Boden stehen bleibt, der Vogel ohne Flügel fliegen wird, der Rabe weiß wird wie Schnee und das Bittere süß wie Honig; dann wird der Tor weise.
Mein Sohn, bist du ein Priester Gottes, so sei behutsam gegen ihn, tritt in Reinheit vor ihn hin und weiche nicht aus seiner Nähe.
Mein Sohn, rechte nicht mit einem an seinem (Glück oder Macht) Tage und tritt einem Strome nicht bei Hochwasser entgegen.
Mein Sohn, des Menschen Auge ist wie ein Wasserquell und wird nicht satt am Besitz, bis er voll Erde ist.
Mein Sohn, wünschest du weise zu sein, so halt den Mund vom Lügen und die Hand vom Stehlen zurück; dann wirst du weise sein.
Mein Sohn, ist einer in seiner Kleidung fein, so ist er es auch in seiner Rede; ist einer in seiner Kleidung gemein, so auch in seiner Rede.
Mein Sohn, findest du etwas vor einem Götterbilde, so bring ihm seinen Anteil daran dar.
Mein Sohn, lass dir von einem Weisen viele Stockschläge geben, aber von einem Toren dich nicht (einmal) mit lieblicher Salbe einreiben.
Mein Sohn, Schönheit geht verloren, wird zunichte und vergeht, und (auch) die Welt ist vergänglich, geht dahin und schwindet, (aber) der gute Name schwindet nicht, ist unvergänglich und vergeht nicht.
Mein Sohn, wenn der Weise erkrankt, vermag der Arzt ihn heilen und gesund zu machen; für die Schmerzen und Wunden eines Toren aber gibt es keine Heilung.
Mein Sohn, Wie der Baum, der mit seinen Früchten, Blättern und Zweigen geschmückt ist, so ist der Mann mit einer guten Frau und seinen Kindern und seinen Brüdern; der Mann (hingegen), der weder eine Frau, noch Kinder, noch Brüder in der Welt hat, und seinen Feinden ein Verschmähter und ein Verachteter bei ihnen ist, (der ist wie) ein Baum am Rande des Weges, jeder der an ihm vorbeizieht, tritt auf ihn und isst von seinen Früchten, und das Tier des Feldes schüttelt und macht abfallen seine Blätter.
Mein Sohn, der Mann, der in seinem Leben keine Ruhe hat, für den ist der Tod besser als sein Leben.
Besser ist die Stimme des Weinens und der Klage, als die der Freude und des Festgelages, denn die Stimme und das Hören von Weinen belehren den Menschen bezüglich seiner Sünde und heben diese auf.
Mein Sohn, bringe kein Wort aus deinem Munde hervor, von dem du nachher Herzleid haben könntest; besser ist für dich mit deinen Füßen zu straucheln und nicht mit deiner Zunge.
Mein Sohn, erwirb dir ein lauteres und reines Herz, Einsicht, reines und klares Wissen und eine demutsvolle Seele und einen guten Wandel erwirb dir. Nichts Besseres als dies bleibt in der Welt übrig und du wirst ein genussreiches Leben führen.
Mein Sohn, nicht verfluche den Tag, bis du sein Ende siehst.
Ein gutes Gefäß verbarg ein Ding in seinem Inneren, aber ein zerbrochener Verschluss ließ es entweichen.
Zwei Dinge sind etwas Schönes, und das Dritte ist beliebt bei Shamash: Wenn einer, der Wein trinkt, diesen libiert, wenn einer, der Weisheit sammelt, diese bewahrt, und wenn einer ein Wort hört, ohne es kundzutun.
Nicht bespanne deinen Bogen und lege deinen Pfeil auf einen Gerechten an, damit nicht Gott als sein Helfer auftrete und ihn auf dich zurücklenke.
Wenn du bedürftig bist: Ja, mein Sohn, ernte alles, was für die Ernte zur Verfügung steht, und verrichte jede Arbeit, dann wirst du dich satt essen und deinen Kindern geben.
Wenn du hungrig bist, ja mein Sohn, dann leihe das Getreide und den Weizen, mit dem du dich satt essen und das du deinen Kindern, die bei dir sind, geben kannst.
Nimm kein großes Darlehen auf und von einem schlechten Mann leihe nicht. Wenn du ein Darlehen aufgenommen hast, dann gönn dir keine Ruhe, bis du das Darlehen getilgt hast. Das Gewähren eines Darlehens ist süß wie Honigseim, und seine Tilgung füllt ein Haus.
Hör auf die Rede eines Großen des Königs und merke sie dir! Denn die Beliebtheit eines Mannes liegt in seiner Zuverlässigkeit, aber seine Ablehnung in der Unzuverlässigkeit seiner Lippen.
Wird zuerst der Thron für den Betrüger aufgestellt, so erkennt man schließlich seinen Betrug und spuckt ihm ins Gesicht. Einem Betrüger gehört der Nacken durchgeschnitten wie einem verlobten Mädchen, das sich vorher hingibt; wie einem Mann, der Böses tut.
Freue dich an dem wenigen, das in deinem Los ist, und begehre nicht das Große, das dir verwehrt werden wird. Nicht begehre Macht, so dass du dein Herz in die Irre führst.
Jemand, der sich nicht des Namens seines Vaters und des Namens seiner Mutter rühmt, dem möge Schamasch nicht scheinen; denn ein böser Mann ist er.
Von meinen Kindern ging das Böse über mich aus, und mit wem soll ich rechten? Mein eigener Sohn stellte mein Haus bloß, und was soll ich dem Fremden sagen? Er war mir ein falscher Zeuge, und wer wird mich also rechtfertigen? Von meinem Haus ging der Zorn über mich aus, mit wem soll ich erfolgreich streiten?
Einen, der höher ist als du, fahre nicht zornig im Streit an. Mit dem, der unbeugsamer und stärker ist als du, führe keinen Rechtsstreit um etwas, denn er wird ihn zu seinen Gunsten entscheiden.
Verhalte dich nicht töricht wie ein Dummkopf, damit nicht ein Weiser erkenne, dass du ein Tor bist.
El möge den Mund des Betrügers verderben und die Zunge desjenigen, der sein Wort widerruft, ausreißen. Gute Augen mögen nicht dunkel werden und gute Ohren nicht taub.
Ein Mensch, dessen Wandel gefällig und dessen Herz gut ist, ist wie eine befestigte Stadt, in der sich eine Truppe befindet.
Die Götter verwarfen die Menschen, und die Völker-über diese ereiferten sie sich; und nicht ließen sie sie ungeschoren, so dass ihr Sinn verstört wurde.
Nicht sieht jemand, was im Herzen seines Genossens ist. Aber sobald ein guter Mann bei einem anderen dessen Bosheit sieht, wird er sich ihm nicht als sein Diener anschließen oder ihm Lohnherr sein.
Der Gerechte der Menschen-in seinem Zorn vergehen alle, die ihn antasten.
Die Stadt der Frevler gerät am Tag des Windes ins Wanken, und in Stürmen neigen sich ihre Tore.Ja, die Beute eines Gerechten wird sie sein.
Meine Augen, die ich auf dich richtete, und mein Herz, das ich dir zuwandte, haben die Weisheit verachtet, und ich habe so meinen Namen duch meine Zügellosigkeit entehrt.
Wenn der Frevler den Saum deines Kleides packt, lass es in seiner Hand, dann schließe dich Shamash an; dieser wird das Seinige nehmen und dir geben.
Es werden meine Feinde sterben, aber nicht durch mein Schwert.
Ein Dummkopf ist jemand, der nicht weiß, was ein Weiser redet. Denn das Öffnen des Mundes eines Toren verrät ihn.
Es sättige sich der Verdrossene am Brot, und es trinke sich satt seine Seele am Wein. Was ist stärker als schäumender Wein?-Das Mädchen!
Der Sohn, der diszipliniert und gefesselt und dem ein Ziegel an seinen Füßen befestigt wird, der wird seinen Eltern Freude machen.
Nicht halte deinen Sohn vom Stock zurück. Wenn du ihn nicht seiner Bosheit entreißen können solltest, dann töte ihn aber nicht.
Wenn ich dich schlage mein Sohn, wirst du nicht sterben, aber wenn ich es nach deinem Sinn gehen lasse, wird man dich töten.
Vom Himmel her wurde die Menschheit begnadet, ihre Weisheit haben die Götter kundgetan. Auch bei den Göttern ist sie geehrt; mit ihr zusammen ist ihrem Herrn die Herrschaft. In den Himmel ist sie gesetzt; ja, der Herr der Heiligen hat sie erhöht.
Dieses komme dir zu Bewusstsein, dass an jedem Ort ihre Augen und ihre Ohren nahe bei deinem Mund sind. Hüte dich, dass er nicht deine Vorzüge zunichte mache.
Vor allem anderen hüte deinen Mund, und gegen den, der fragt, verstocke dein Herz; denn ein Vogel ist ein Wort, und wer ihn fortlässt, ein Mann ohne Verstand.
Beseitige die Fallen deines Mundes, danach lass dein Wort zur rechten Zeit herausgehen; denn größer als eine Kampfeslist ist die List eines Mundes.
Nicht lösche das Wort des Königs, heiß möge es deinem Herzen sein!
Sanft
ist die Rede des Königs, zugleich aber auch schneidender und machtvoller als ein
zweischneidiges Messer.
Siehe, vor dir ist etwas Widerborstiges gegen den
König:
Tritt du nicht in Erscheinung!Heftiger als ein Blitz ist sein
Zorn!Hüte dich, dass er ihn nicht über deinen Gliedern entbrennen lässt und du
dahingehst vor deiner Zeit.
So ist der Zorn des Königs:
Wenn dir etwas
befohlen ist, ist er ein loderndes Feuer.Schnell, tu es, damit es nicht über dir
entfacht werde, so dass du deine Hände verbergen musst.
Vollende das Wort
des Königs mit Herzenslust.
Was rechten Hölzer mit Feuer, Fleisch mit einem
Messer, ein Mensch mit einem König.
Der König ist wie der Barmherzige, ja,
als seinen Gesandten hat er ihn erhöht.Wer ist der, der vor ihm Bestand hätte,
außer dem, mit dem El ist.
Schön ist der König anzusehen wie Schamasch, und
geehrt ist seine Herrlichkeit bei denen, die auf Erden zu seiner Zufriedenheit
wandeln.
Viel sind die Sterne des Himmels und ihre Namen weiß kein Mensch. Siehe, so kennt niemand die Menschen.
Nicht ist es in der Macht der Menschen, ihren Fuß zu heben oder ihn abzusetzen ohne die Götter, um irgend etwas zu tun.
Wenn Gutes aus dem Mund der Menschen kommt, ergeht es ihnen gut.
Wenn
aber Böses aus ihrem Mund kommt, werden die Götter ihnen Böses antun.
Wenn
die Augen der Götter auf die Menschen gerichtet sind, werden sie leben.
Jemand, der in der Dunkelheit Holz schlägt, ohne dass er sehen kann, ist wie ein Dieb, der ein Haus abbricht, so dass er gefangen wird.
Einer spannte seinen Bogen und legte seinen Pfeil an, ohne den Ort zu kennen, wohin er schießen wollte.
Wenn dir dein Herr befiehlt, Wasser zu bewahren, dann trinke es nicht, selbst wenn du durstig bist, so dass er willens sein wird, dir Gold anzuvertrauen.
Nicht fordere von deinem Genossen:"Komm nahe an mich heran!", damit er nicht zu dir sage: "Sei fern von mir!"
Ein Knecht-und Shamash trat als sein Richter auf, als er etwas Böses seinem Herrn tat, ohne dass es sichtbar gewesen wäre für seinen Herrn. Ja, wie der Fall der Frucht war sein Fall!
Nicht zeige einem Beduinen das Meer und einem Sidonier die Wege der Steppe, denn ihre Arbeiten sind verschieden.
Der Freund des Weines ist der, der ihn kostet, aber wer auch immer ein Feind des Weines ist, der wird ihn bewahren.
Man erkennt einen Freigeborenen vom Mutterleib her und nicht von seinem freien Stand!
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